Schüler im Dialog mit dem sächsischen Justizminister

50 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 saßen am vergangenen Mittwoch bereits in der Pause vor dem vierten Block erwartungsvoll im Halbkreis um den Lehrertisch, von dem sich der sächsische Justizminister Herr Gemkow den Fragen der jungen Leute stellen wollte.

Pünktlich um 13.00 Uhr begannen unsere Moderatoren, zwei Schüler der Jahrgangsstufe 12, das 90-minütige Gespräch mit ihm. Beide hatten sich gemeinsam mit ihren Mitschülern des Leistungskurses Geschichte der Stufe 12 intensiv darauf vorbereitet, indem sie einen Moderations- und Rhetorik-Workshop der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung absolvierten und in den vergangenen Wochen einen Fragekatalog aufstellten.

      


Zunächst stellte der junge Politiker seinen interessanten Lebensweg vor und berichtete dabei auch von seinen Erinnerungen an die friedliche Revolution 1989 in Leipzig. Hohe Konzentration und Vorwissen aus dem GRW-Unterricht der Schüler waren danach gefragt, um seinen Ausführungen über die Bereiche der Justiz, die in seiner Verantwortung liegen, zu folgen. Besonders interessierten sich die Jugendlichen auch für seine Meinung zu den Beziehungen zu Russland und anderen osteuropäischen Staaten. Dabei appellierte der Minister, diese Länder zu besuchen und Kontakte zu den Menschen zu knüpfen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Sehr persönlich war auch sein Rat, in Auseinandersetzungen stets zuerst das Verbindende zu suchen, um dann unterschiedliche Meinungen auszutauschen. Diese Erfahrung habe er bei den vielen Bürgergesprächen zum Beispiel in Chemnitz gemacht. In diesem Zusammenhang konfrontierten die Schüler Herrn Gemkow mit Vorschlägen, wie man in Sachsen die Demokratie stärken könne. So nannten sie die Einführung von Bürgerentscheiden und das Herabsetzen des Wahlalters auf 16 Jahre. Authentisch reagierte er auch hierauf, indem er Argumente und Gegenargumente aufzählte. Etwas enttäuscht waren die Schüler dann doch, als der Justizminister sich nur wenig zur umstrittenen EU-Reform des Urheberrechts äußerte. Umso mehr Sympathiepunkte sammelte er mit seinem Versprechen, sich dazu nach umfangreicher Recherche in den nächsten Tagen bei den Schülern schriftlich zu melden.


Es war eine Freude, an dieser Veranstaltung teilzunehmen! Von Politikverdrossenheit junger Menschen war hier nichts zu spüren, auch dank des Engagements und der Aufgeschlossenheit des Justizministers Herrn Gemkow, der übrigens gern bereit ist, den Dialog mit unseren Schülern weiter zu führen.

Ramona Hübner, Fachlehrerin für Geschichte